Das Monster von Orgils Hof

Irgendjemand hatte diese Achaz mit Schnapps abgefüllt.“

– Spektabilität Rakorium Muntagnous in einem Reisebericht über eine Hafenkaschemme in Selem –

8. Efferd 15 HAL, Rieden

Als wir heute morgen in Tsafelde aufgebrochen sind, gab es einen sehr herzlichen Abschied von den Dörflern, die uns am Vorabend ja noch ein wunderbares – wenn auch aufgrund der Umstände etwas bescheidenes – Fest abgehalten haben. Unser weiterer Weg führte uns dann – wie es von Anfang an ja unsere Absicht war – zu Orgils Hof, wobei wir zunächst Halt in Rieden machten. Im Ort erfuhren wir, dass der Graf Baldur Greifax von Gratenfels mittlerweile endlich reagiert habe und gestern eine Handvoll Soldaten samt Hauptmann zum Hof aufgebrochen sei um dem Überfall auf den Grund zu gehen. So sind wir der Gruppe Soldaten gefolgt, in der Hoffnung von diesen Neuigkeiten zu erfahren oder zumindest unsere Hilfe bei den Nachforschungen anzubieten. Als wir jedoch am Hof ankamen, fanden wir dort niemanden vor.

Nachdem wir uns kurz beratschlagt hatten, entschlossen wir uns dem Pfad, welcher in den Wald hinter dem Hof führte und von dem wir annahmen, dass die Soldaten diesem entlanggegangen seien, zu folgen. Doch als die Sonne sich zu senken begann und es nicht mehr absehbar war zu den Soldaten aufzuschließen, die ja auch einen ganzen Tag Vorsprung hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. So haben wir zwar nicht viel Neues erfahren, waren uns aufgrund der Spuren jedoch sicher, dass die Soldaten tatsächlich diesen Pfad in die Wildnis genommen hatten.

Jetzt am Abend haben wir uns mit Proviant und Reitzeug versorgt um den Soldaten am morgigen Tag weiter in die Berge folgen zu können. Als Pfand für die teure Reitausrüstung, die wir uns nur geliehen haben, ließen wir die übrigen Pferde unseres Ritters, sowie dessen Wagen zurück.

9. Efferd 15 HAL, Gratenfels

Das war heute ein kurzen, wenn auch zugleich aufschlussreicher und grausiger Ausflug in die Berge. Am frühen Morgen sind wir mit den Pferden aufgebrochen. Zu Anfang kamen wir dabei etwas schleppend voran, was an Farahs und meiner Unerfahrenheit im Reiten begründet lag. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit verbesserte sich jedoch unsere Reisegeschwindigkeit.

Gegen Mittag konnten wir dann auch die beiden Männer erspähen. Wie sich beim Näherkommen herausstellte waren es zwei der Soldaten, die losgeschickt wurden um dem Überfall auf Orgils Hof auf den Grund zu gehen. Der eine war bereits bewusstlos, der andere kurz davor und beide mit Wunden und verkrustetem Blut überzogen. Den Bewusstlosen zierte dabei eine besonders grausige Platzwunde am Kopf um die sich Farah sofort fachmännisch zu kümmern begann.

Der andere stammelte unterdessen ständig vor sich hin, ohne dass man seinen Worten dabei viel Inhalt entnehmen konnte. Einzig die Worte „Überfall“, „Monster“ und „Alle tot“ wiederholten sich mehrfach und ließen zumindest erahnen was sich zugetragen hatte.

Nachdem die Wunden der beiden vorläufig versorgt waren, verteilten wir sie auf unsere Pferde und traten den Rückweg nach Rieden an. Uns nur zu dritt einem Gegner zu stellen, dem sechs Soldaten nicht gewachsen warn, trauten wir uns nicht zu. Zumal zwei von uns ja nicht unbedingt als ausgebildet oder erfahren im Kampf zu gelten haben. Außerdem benötigten die beiden Soldaten dringend weitere Versorgung, die wir ihnen in der Wildnis nicht zukommen lassen konnten. So kamen wir bereits am Nachmittag wieder in Rieden an.

Hier im Dorf hat Orasilaus sofort dem Dorfschulzen Bericht erstattet, der dem Bericht ängstlich zuhörte, der jedoch noch ein wenig ängstlicher zu werden schien, als man ihm vorschlug dem Grafen Bericht zu erstatten.

Währenddessen gelang es Farah und mir ein wenig den verwirrten, sonst jedoch zumindest ansprechbaren Überlebenden, ein wenig zu beruhigen und von ihm ein paar Einzelheiten über die Geschehnisse zu erhalten. So berichtete er, dass sie von einer Überzahl Schwarzpelze überfallen wurden und dass sie, da sie überrascht wurden, kaum in der Lage waren Gegenwehr zu leisten. Zudem hätten die Schwarzpelze auch einen Menschenfresser bei sich gehabt, von denen Orasilaus meinte, dass sie bei den Orks nicht ungewöhnlich wären, dann jedoch zumeist von den schändlichen Zauberern der Schwarzpelze kontrolliert würden. Da der verwirrte von einem Schwarzpelz sprach, der offenkundig der Anführer der Angreifer war, und dessen Beschreibung auf einen dieser Zauberer zutraf, scheinen wir es tatsächlich mit einem solchen zu tun haben.

Mit diesen neuen Informationen an der Hand, boten wir uns dem Dorfschulzen an selbst nach Gratenfels zu reisen um dem Grafen von den Neuerungen zu berichten. Schließlich mussten wir sowieso noch dorthin um dem dortigen Borontempel von den Geschehnissen in Tsafelde zu berichten. Der Dorfschulze war sichtlich angetan von unserem Angebot und hat uns noch ein paar Informationen über die Stadt und den Grafen mit auf den Weg gegeben. Vor allem, dass der Graf sehr praiosgläubig und versessen auf seine Gerechtigkeit wäre.

Da wir uns dann auch rasch auf den Weg machten, haben wir am heutigen Abend auch noch die Grafenstadt erreicht, welche von eindrucksvollen, geradezu überschwänglichen Mauern geschützt wird. Nach einer gründlichen Überprüfung am Stadttor machten wir uns sodann auf zur Burg des Grafen, die als Bollwerk über der Stadt thront. Dort wurden wir unhöflich begrüßt und nochmals überprüft, bevor wir von Wachen begleitet in einen Warteraum geführt wurden.

Schließlich kam ein Amtsträger mit einem Schreiber zu uns um sich von uns die Geschehnisse berichten zu lassen. Dabei ließen wir auch die Ereignisse in Tsafelde nicht aus und Orasilaus ersuchte den Beamten einen Boroni dorthin schicken zu lassen. Doch glaube ich, dass wir noch einmal selbst im Borontempel vorsprechen sollten.

Nachdem ich unseren Bericht beendet hatte, wurden wir gebeten in der Stadt zu bleiben, damit wir zum Grafen vorgelassen werden könnten. Bis dies geschehen könne, würden jedoch noch zwei Tage vergehen. Für diesen Zeitraum hätten wir Unterkunft und Verpflegung in der Burg, sowie einen zeitweiligen Passierschein. Zudem versicherte man uns, wie wichtig wir für die laufenden Untersuchungen seien.

Die nächsten Tage, in denen wir in der Stadt bleiben müssen, wollen wir nutzen um diese zu erkunden und unsere Ausrüstung für einen erneuten Ausflug in die Berge anzupassen. Langsam werden die Tage kühler und meine dünne Leinenkleidung ist zwar schmückend, wird, wie ich vermute, der Unbill der Wildnis jedoch nicht allzu sehr stand halten.

10. Efferd 15 HAL, Gratenfels

Am heutigen Tag habe ich nochmal ein wenig versucht meine Reisekasse aufzubessern. Mit Sangeskunst, Harfenspiel und dem ein oder anderen Vortrag gelang es mir so manches Silberstück einzuspielen. Einzig das vorzeigen einiger Kunststücke werde ich mir in Zukunft verkneifen, denn diese scheinen die Zuschauern aufgrund meiner mangelnden Kunstfertigkeit in diesem Bereich nicht begeistert zu haben.

Heute Abend habe ich noch Anschluss an eine kleine Boltanrunde gefunden. Mal sehen, was sich da noch rauschlagen lässt.

11. Efferd 15 HAL, Gratenfels

Auch am heutigen Tag hat uns der Graf nicht empfangen. So haben wir weiter die Zeit genutzt um uns weiter in der Stadt umzuschauen und unseren Geschäften nachzugehen. So habe ich mir mit meinen Einnahmen vom Vortag – auch die Boltanrunde war ein Erfolg für mich – neue Kleidung gekauft, von der ich meine, dass sie mir in den Bergen mehr Schutz gegen die Unbill des Herren Efferd gewähren wird. Eine wärmende wollene Hose in einem waidmännischen Grünton, sowie ein hellbraunes Wollhemd. Bei einem anderen Händler erstand ich dann noch eine lederne Weste in einem dunklen Braunton. Zusammen mit meinem Umhang wird mich dies wohl auch bei kaltem Wetter warm halten.

12. Efferd 15 HAL, Gratenfels

Heute morgen lies sich der Graf wiederum von einem Bediensteten entschuldigen, er hätte heute wieder leider keine Zeit uns anzuhören. Allerdings konnten wir in Erfahrung bringen, dass die beiden Überlebenden des Orküberfalls mittlerweile in Gratenfels angekommen seien. Farah hat sich sofort aufgemacht um nach ihnen zu sehen, schließlich seien es ja ihre Patienten.

Auf neuerliche Nachfragen konnten die beiden, die sich in der Zwischenzeit erstaunlich gut erholt hatten – wohl nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden medizinischen Versorgung Farahs –, leider nichts neues berichten. Sie haben jedoch zugestimmt uns zum Rondratempel, den wir aufgrund der Dringlichkeit der Lage aufzusuchen gedachten, zu begleiten um dort selbst von dem Erlebten zu berichten.

Im Tempel wurden wir auch zur Tempelvorsteherin, Hochwürden Rondriane Leuentreu, vorgelassen und konnten ihr die Lage beschreiben. Die Tempelvorsteherin, eine sehr soldatisch wirkende Frau, war von unseren Berichten, sowie denen der beiden Überlebenden, sichtlich entrüstet. Doch obwohl sie die Dringlichkeit der Lage erkannte, sah sie sich ohne genauere Nachrichten über die Stärke des Feindes außerstande eine größere Gruppe Bewaffneter gegen diesen zu entsenden. Daraufhin haben wir uns bereiterklärt uns auf die Spuren der Orks zu begeben und so viel wie möglich über den Feind in Erfahrung zu bringen.

Die Tempelvorsteherin dankte uns für unser Angebot und stellte uns 3 Akolythen des Tempels zur Seite, die uns bei unserem Unterfangen unterstützen sollten. Alle drei sind noch recht jung, wirken jedoch sehr motiviert und begierig ihrer Göttin zu Dienen.

In Bezug auf die Geschehnisse in Tsafelde, die wir der Tempelvorsteherin ebenfalls vortrugen, verwies diese uns an den Borontempel. Diesen suchten wir daraufhin mit einem etwas mulmigen Gefühl – wer sieht sich schon gerne mit dem Tode konfrontiert – ebenfalls auf und ich berichtete dem dortigen Boroni von den Geschehnissen. Dieser bedankte sich für die Nachricht und versprach sich darum zu kümmern. Froh den Tempel wieder verlassen zu können verabschiedeten wir uns und ich ließ schnell noch eine Münze in den Opferstock fallen.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir damit uns mit ausreichend Proviant auszustatten, denn morgen wollen wir in aller Frühe aufbrechen. Möge Phex uns weiterhin wohlgesonnen sein.

13. Efferd 15 HAL, Orgils Hof

Dank unseres frühen Aufbruchs kamen wir bereits am späten Nachmittag an Orgils Hof an, wo wir in dem noch immer intakten Stall ein Lager aufschlugen. In Rieden, durch welches wir wieder reisten, haben wir mittags nur eine kurze Rast eingelegt. Auf dem Weg hat Farah sich mit den Rondrianern – oder zumindest mit der jungen Akolythin , Jandrike – angefreundet, einer jungen Frau, die, wie ich erfahren konnte, aus einer Soldatenfamilie stammt.

Während Farah sich in der Umgebung nach Kräutern umsehen wollte und Orasilaus sie begleitete, haben die drei Rondrianer und ich uns um die Einrichtung des Lagers gekümmert. Vor allem der jüngste der drei, Farras von Wengenholm, war dabei ein eher unangenehmer Zeitgenosse. Der junge Adelsspross verhielt sich zwar seinem Stande entsprechend, der Situation jedoch weniger angepasst. Hätte er sich ein wenig mehr dazu herabgelassen Hand anzulegen, wären wir sicherlich deutlich früher mit den Vorbereitungen fertig gewesen. Die anderen beiden Rondrianer, Aram und Jandrika, waren da schon weniger steif.

Nach einiger Zeit kamen dann auch Farah und Orasilaus zurück und im Anhang hatten sie noch drei svelttälische Pelzjäger, Roderich, Trofinn und Humboldt mit Namen, bei sich. Diese berichteten, dass sie wohl über die Überreste des Orklagers gestolpert seien. Dort habe ein offenkundig riesiges Ungeheuer ein Blutbad angerichtet und mehrere der Orks erschlagen, sei dann jedoch in der Wildnis verschwunden, wobei die Spuren, die man den Orks zuschreiben könnte, in die andere Richtung verwiesen. Bei sich trugen sie allerlei Fundstücke aus dem Orklager, welche sie in unserem Lager präsentierten.

Doch an diesem Abend sollte auch ein wenig Vergnügen nicht fehlen und so holte ich meine Würfel und Spielkarten, sowie den Wein hervor um unsere neue Freundschaft ein wenig einzuweihen. Die Svelttaler brachten uns dabei eine neue Boltanvariante bei, die sie ‚Svelttal-halt-se‘ nannten.

14. Efferd 15 HAL, Wildnis der Koschberge

Auch heute morgen sind wir wieder in aller Frühe aufgebrochen und am Morgen konnten Zeugen wir der Morgenandacht der Rondrianer werden. Ich habe mein Gebet dann doch eher an Phex gerichtet.

Die Pelzjäger führten uns auf direktem Weg zum Lager der Orks, wo wir uns selbst ein Bild von der Zerstörung machen konnten. Neben einem großen Pferch, der anscheinend zur Unterbringung des Ogers diente, war eine große Blutlache zu erkennen. Sonst gab es im Lager nicht mehr viel zu sehen. Es scheint so, als hätten die Orks es fluchtartig verlassen.

Nach kurzer Beratung entschieden wir uns dann der Spur des Ogers zu folgen. Der Oger ist nämlich – so unser Gedanke – aufgrund seiner Unberechenbarkeit eine größere Gefahr für die unmittelbare Umgebung, wohingegen die Orks sich wohl eher einer größeren Gruppe anzuschließen versuchen werden und wir dieser sowieso nicht gewachsen wären.

Den Abend verbringen wir nun im alten Orklager. Farah hat in der Umgebung Kräuter gefunden, von denen sie uns morgen früh einen Tee zubereiten möchte.

15. Efferd 15 HAL, Wildnis der Koschberge

Der Tee, den uns Farah heute Morgen aus den gefundenen Gulmondblättern bereitet hat, schmeckte zwar äußerst unangenehm, hatte jedoch eine deutlich spürbare belebende Wirkung, so dass wir dem Oger, der mittlerweile bereits eine Woche Vorsprung haben wird, zügig folgen konnten.

Auf einem Felsplateau, welches die Pelzjäger gefunden haben, haben wir unser Lager für die Nacht aufgeschlagen. Orasilaus hat uns jedoch für die Nacht Regen vorhergesagt. Hoffentlich meint es der Herr Efferd nicht allzu schlimm mit uns.

16. Efferd 15 HAL, Wildnis der Koschberge

Was für ein Tag! Das Untier ist tot! Doch immer der Reihe nach. Der Morgen begann für uns alle recht bedrückend, denn die Nacht war für uns mehr als nur unangenehm. Der Herr Efferd hatte – entgegen meinen Hoffnungen – kein Nachsehen mit uns und sandte uns einen heftigen Regenfall, dem sich die Blitze und das Donnern der strengen Herrin Rondra anschlossen. Zudem wurde es – durch Regen und Wind verstärkt – recht kalt. So waren wir alle froh, als der nächste Morgen anbrach und wir wenigstens durch die Bewegung wieder Wärme in die Glieder bekamen.

Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns weiter der Spur des Ogers hinterher und bereits nach kurzer Zeit wies uns Roderich an still zu sein. Er war zuvor kurz im Unterholz verschwunden und vorausgegangen und kam nun mit der Nachricht, dass sich wenige Schritt von uns eine Höhle befände, die möglicherweise das Ziel unserer Suche sei.

Schnell war ein Schlachtplan ersonnen. Orasilaus und die Rondriander sollten, da sie am schwersten gerüstet waren, das Biest in der ersten Reihe bekämpfen. Zwei der Svelttaler sollten sich dann mit Jagdspießen von hinten heranschleichen und dem Ungeheuer in den Rücken fallen. Farah, Humboldt und ich sollten das Monster mit Armbrüsten beschießen. Zwar hatten weder ich noch Farah jemals so ein Gerät in der Hand, doch nach kurzer Einweisung fühlten wir uns sicher genug mit diesen Waffen umgehen zu können.

Nachdem wir vor der Höhle Aufstellung genommen hatten, kam auch schon bald, aufgeweckt durch unsere Lockrufe, etwas aus dem dunklen Eingang hervor. Doch war dies keineswegs der von uns gesuchte Oger, sondern ein wild brüllender Schwarzbär. Aus purem Schrecken und Reflex heraus sandte ich dem Tier meinen Bolzen entgegen, der sich sogleich in die Brust des Tieres bohrte. Dies machte den Bären jedoch nur noch wütender und er stürzte sich sogleich auf die Kämpfer unseres Schildwalls.

Zunächst stolperte ich dann, immer noch ein wenig verängstlicht vor dem heranstürmenden Tier zurück, bevor ich mich daran machte einen neuen Bolzen in die Armbrust zu legen. Doch noch während ich dies tat, bemerkte ich hinter mir ebenfalls laute Geräusche und Poltern. Aus dem Wald in unserem Rücken schälte sich langsam der Oger heraus. Sofort gab ich meinen Kameraden Bescheid über die neue Gefahr und so verdoppelten alle ihre Anstrengung den Bären zu töten, bevor das Ungeheuer bei uns wäre. Dabei erwischte dieser einen der Svelttaler an der Brust, was sich jedoch glücklicherweise als eher oberflächliche Verletzung herausstellte. Und nicht zu spät war diese Aufgabe erledigt, denn nur kurz bevor das Ungeheuer uns erreichte fiel der Bär tot zusammen.

Farah, die sich den Bolzen in ihrer Armbrust aufgespart hatte, traf den Oger als erstes und ihr Bolzen blieb in dessen rechten Bein stecken. Kurz drauf war der tapfere Orasilaus als erster im Nahkampf mit der Bestie.

Der sich entspinnende Kampf mit dem Ungetüm wurde hart und brutal ausgefochten. Diverse Schwerthiebe trafen in das fettige Fleisch des Menschenfressers ohne diesen zu fällen. Doch auch der zähste Gegner kann nicht ewig einstecken und so ging das Monster dann auch unter unzähligen Schwerthieben nieder.

Zum Glück wurde keiner von uns ernsthaft verletzt – die Verletzung Roderichs war nur oberflächlich und Orasilaus hatte nur eine leichte Quetschung am Bein davongetragen – und so hatten Farah und ich Zeit uns in der Höhle umzusehen. Dort war jedoch außer den Spuren, die ein Bär beim Bewohnen einer Höhle so hinterlässt, nichts zu sehen.

Den Bären haben wir dann zurück in unser Lager getragen, wo ihn die Svelttäler häuteten und uns aus dem Fleisch einen schmackhaften Siegesbraten zubereiteten. Am heutigen Abend habe auch ich bei der Abendandacht der Ronrianer Rondra für unseren Sieg gedankt.

17. Efferd 15 HAL, Wildnis der Koschberge

Auf dem Rückweg durch das Gebirge waren wir alle guten Mutes. Zwar haben wir unsere Augen und Ohren offen gehalten, falls doch ein wildes Tier oder gar die restlichen Orks uns auflauern würden, doch dem war nicht der Fall. Beim Abendessen konnten wir wieder unsere Wegzehrung mit Bärenbraten aufbessern.

18. Efferd 15 HAL, Wildnis der Koschberge

Heute hat es ein wenig geregnet, was die Stimmung wiederum ein wenig gedrückt hat. Auch das Bärenfell, welches wir mit uns tragen hat sich ein wenig vollgesogen und wurde so noch ein wenig schwerer, weswegen wir nicht so schnell voran kamen, wie gewöhnlich. Zumindest der restliche Braten hat uns ein wenig unserer vom Regen geraubten Kräfte zurückgegeben.

19. Efferd 15 HAL, Orgils Hof

Heute Abend haben wir es endlich zurück zu Orgils Hof geschafft. Dort haben wir einen letzten gemeinsamen Abend mit den Svelttalern verbracht. Dafür, dass sie das Bärenfell behalten würden und da sie das unnötige Gewicht loswerden wollten, boten sie uns einige der Fundstücke aus dem Orklager an. Orasilaus nahm einen orkischen Säbel an sich, den er im Rondratempel der Göttin weihen wollte, Farah nahm sich einen Bogen, dessen Handhabung sie zu erlernen gedenkt und ich nahm mir eine Wolfszahnkette als Andenken an dieses Abenteuer.

20. Efferd 15 HAL, Gratenfels

Nachdem wir am Morgen Brunni in Rieden aufgesucht haben, reisten wir mit ihr und der Kutsche zurück nach Gratenfels. Dort haben wir uns sofort an den Rondratempel gewandt, wo Orasilaus und die drei jungen Götterdiener Bericht erstatteten. Die Tempelvorsteherin war sehr erfreut von unserem Erfolg zu hören, auch wenn die Orks noch nicht gestellt waren, so war doch wenigstens der Menschenfresser erledigt. Bei dieser Gelegenheit überließ Orasilaus auch den Säbel als Dank dem Tempel.

Bei einem Besuch in der Burg, wurden wir aufgrund unseres Verschwindens sofort von dem Hofbeamten befragt, der uns bereits bei unserem ersten Vorsprechen vernahm. Als wir ihm die Geschenisse schilderten und erklärten, dass wir uns in der Zwischenzeit eigenständig um seine Probleme gekümmert hätten, wurde dieser dann jedoch ein wenig kleinlauter.

Den Abend wollen wir nun in der Stadt ausklingen lassen. Ich habe von einem interessanten Wirtshaus gehört, welches sich in der Stadt befinden soll. Irgendwas mit einem schwarzen Eber oder dergleichen.

Hervorgehoben

We are live

Es ist passiert. Ich habe den Schritt gewagt. Mal sehen was draus wird.

Hiermit beginnt eine neue Zeitrechnung. Eine Zeitrechnung von der an ich in unregelmäßigsten Zeitabständen die Welt (oder zumindest einen Teil davon) mit unverständlichen, mies zusammengewerkelten Geschichten, Überlegungen und Konzeptionen zu der von mir erdachten, wenn auch noch nicht gänzlich ausgereiften, Fantasywelt ‚Lyradon‘ (Arbeitstitel) nerven werde.

Ich werde zwischen IT-Texten und OT-Texten unterscheiden. Sollte mir irgendwann einmal eine Stelle/Begebenheit/Konzept/Namensgebung nicht mehr gefallen, werde ich keine Sekunde zögern das ganze zu redconnen. Allerdings beabsichtige ich über solche Vorgänge Buch zu führen und auf solche Dinge hinzuweisen.

Zudem wird es in einer weiteren Sektion unter dem Titel „Die Drölfe zum Gruße“ die Abenteuer der „Verwegenen Drölf“ unserer kleinen DSA-Gruppe, erzählt aus den (sehr subjektiven) Aufzeichnungen des Barden Efferdwin Collen, zu lesen geben. Diese werden je nach Dichte der Spielabende gegebenenfalls etwas regelmäßiger, wenn auch spärlicher ausfallen.